Birgit Horota-Müller



Birgit Horota-Müller: Störche, 2012
Birgit Horota-Müller: Störche, 2012




Birgit Horota-Müller: Spatz, 2012
Birgit Horota-Müller: Spatz, 2012









Birgit Horota-Müller: Bärchen Knut, 2007
Birgit Horota-Müller: Bärchen Knut, 2007











Birgit Horota-Müller: Hirsch, 2011
Birgit Horota-Müller: Hirsch, 2011






Birgit Horota-Müller: Akt, Radierung, 2011
Birgit Horota-Müller, 2011
Birgit Horota-Müller: Winterkkrähe, Strichätzung, Aquatinta, 2010
Birgit Horota-Müller: Winterkrähe, 2010

















Birgit Horota-Müller: Am Bodemuseum, Radierung, 2008 
Birgit Horota-Müller: Am Bodemuseum, 2008

 
it Birgit Horota-Müller: Alte Pfarrkirche Lichtenberg, Strichätzung, Aquatinta, 2007
B. Horota-Müller: Alte Pfarrkirche Lichtenberg, 2007




















Geboren 1936 in Frankfurt/Oder. Dort Schulbesuch und 1955 Abitur. 
Studium an der Hochschule  für Bildende und Agewandte Kunst,
Fachrichtung Bildhauerei bei Prof. Drake in Berlin-Weißensee. 
1960 Diplom. Anschließend als freischaffende Bildhauerin in Berlin tätig. 
Ab 1963 Mitglied des VBK–DDR, Beteiligung an Ausstellungen im In- und Ausland. 
1983 bis 1996 Anstellung als Pädagogische Mitarbeiterin im „Haus der Kinder“ in Berlin-Lichtenberg. 
Seit 1998 intensivere Beschäftigung mit Handzeichnung und Druckgrafik im für Radierung bei Stefan Friedemann. 
Seit 2000 Mitglied im Grafikverein INVENTOR. 
2005 und 2006 persönliche Ausstellungen im Stadtbezirk Lichtenberg. 
Beteiligung an den jährlichen Grafik-Spendenaktionen für die "Kinder von Tschernobyl“.
Lebt in Berlin.

Kunstwerke im Öffentlichen Raum in Berlin-Pankow

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Volkhard Böhm
Birgit Horota-Müller - Eröffnung der Salonausstellung im Studio Bildende Kunst / Werkstattgalerie am 23.02.2005

Als ich gefragt wurde, ob ich ein paar Worte zur Salonausstellung von Birgit Ho­rota-Müller sagen würde, habe ich nur kurz überlegt, dann aber gleich zugesagt. Und das aus drei Gründen:
Als langjähriger Mitarbeiter in diesem Haus, sind mir die Menschen eines Kurses hier, man kann schon sagen, besonders ans Herz gewachsen. Es sind die Teil­nehmer des Seniorenkurses, die mir inzwischen gute alte Bekannte sind. Birgit Horota ist eine von ihnen.
Der zweite Grund: so wie gemeinsame Laster bis zur Kumpanei verbinden kön­nen, verbinden auch vergleichbare Lasten. Und hier gibt es eine besondere Ver­bindung zwischen Birgit und mir. Die Insider wissen wahrscheinlich, was ich meine.
Und der dritte Grund: ich habe sie im vorigen Jahr zu dieser Ausstellung überre­det.
Wenn sie die Treppe nach oben in den Salon gehen und sich die Ausstellung be­trachten, fallen Ihnen im Wesentlichen zwei Motivgruppen auf: Auf der Treppe und im Vorraum Akte, im Salon Tiere - Pferde, Elefanten, Kamele, Bären - und dazwischen einige wenige Landschaften.
Birgit Horota hat schon immer gerne gezeichnet, schon als Kind und vor allem Tiere.
1936 in Frankfurt an der Oder geboren und dort aufgewachsen, erlebt sie als Achtjährige in den letzten Kriegstagen 1945 die kurzzeitige Evakuierung der Frauen und Kinder aus der Stadt, die Zerstörung der historischen Innenstadt und die Ver­nichtung allen persönlichen Eigentums der Familie - es ist ein einschneidendes und bleibendes Erlebnis.
Auch wenn es der Vater lieber gesehen hätte, wenn die Tochter in seine Architek­tenfußstapfen getreten wäre, unterstützt sie die Mutter bei ihrem Wunsch Bilden­de Kunst zu studieren.
Von 1955 bis 1960 studiert sie an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Dort lehrt seit 1946 Heinrich Drake als Professor in der Bildhauerklasse.
Drake wird sofort auf die Zeichnungen der jungen Studentin aufmerksam - eigent­lich kein Wunder, ist doch Drake u.a. durch seine geradezu klassisch geprägten Tierplastiken bekannt geworden. Und so wird Birgit Müller Bildhauerin. Und 1958 heiratet sie den Bildhauer Stefan Horota, der sich später vor allem durch seine Tier- und Menschenplastiken in Berlin einen Namen ma­chen wird.
1961 beginnt Birgit Horota ihre Tätigkeit als freiberufliche Bildhauerin in Berlin. Es entstehen vorwiegend Kleinplastiken mit figürlichen Themen, natürlich Tier­darstellungen, Reliefs und Plaketten. Auch einige größere Arbeiten für Parkanla­gen oder als baugebundene Kunst entstehen. Den durch die Knappheit der Gießmöglichkeiten in der DDR bedingten Umstieg vieler Bildhauer auf die Steinbild­hauerei, konnte sie nicht mitvollziehen. Gesundheitlich bedingt rückte die freie künstlerische Tätigkeit mehr und mehr in den Hintergrund.
Seit 1961 und bis 1996 arbeitet sie als Zirkelleiterin im „Haus der Kinder" an der Parkaue in Lichtenberg. 1983 wird sie dort Kunsterzieherin und Pädagogische Leiterin des Fachgebietes Keramik.
Ab 1998 beschäftigt sie sich verstärkt mit der Druckgraphik, Holz- und Linol­schnitte entstehen. Angeregt durch den Studioleiter Alf-Walter Bückert ist sie seit 1998 im Studio, dessen Angebote in den Folgejahren ihre künstlerische Betäti­gung prägen. Mit Beharrlichkeit und Konsequenz erarbeitet sie sich im Senioren­kreis von Stefan Friedemann die Tiefdrucktechniken, von der Radierung bis zur Aquatinta. Thematisch bleibt sie sich treu. Das Tier als solches bleibt ihr Haupt­motiv. Es sind Pferde auf der Weide und die Tiere des Tierparks. Dabei bleibt sie dicht am realen Bildmotiv, mythologisch Hintergründiges, was auch im Tiermotiv stecken kann, liegt ihr fern. Angeregt durch die, vom langjährigen Vorsitzenden des Vereins Inventor, Peter Hoffmann, initiierten und organisierten Plenairs, ent­stehen Landschaftszeichnungen und -radierungen. Im Verhältnis bleiben es aber wenige.
Und es kommen durch die Teilnahme am Zeichenkurs, Aktzeichnungen hinzu. Was fällt auf: Die Zeichnungen der Bildhauerin waren nie Bildhauerzeichnungen, wie man sie im Allgemeinen von Bildhauern gewohnt ist. Auch ihre Zeichnungen sind plastisch-räumlich angelegt, aber nicht durch blockhafte Formen,--sondern durch die modellierende Zeichnung.
Gibt es in frühen Zeichnungen noch Anklänge an ein eher additives Zusammenfü­gen von Einzelformen, werden ihre Figuren mehr und mehr in einem Stück mo­delliert.
Und ein Zweites fällt auf: die durchgängige Harmonie. Dieses Streben nach Har­monie in Form und Motiv mag in ihrem Wesen begründet sein, kann aber auch durch die Kriegserlebnisse mit ausgelöst worden sein. Ihre Bildmotive strahlen so immer Ruhe und Gelassenheit aus. Bei den Aktzeichnungen ist das dem Aushar­ren des Modells und dem Zeichnen davor zu einem großen Stück immanent. Ihre Tiere aber gehören im Allgemeinen der friedlichen Spezies an. Selbst wenn ein­mal ein Raubtier auftaucht, ist es in ruhender Position.